Die Müller der Stegmühle am Leibitschbach bei Plumberg

Das Gewerbe der Müller zählte seit dem Hochmittelalter zu den „unehrlichen Berufen“, was allerdings nicht grundsätzlich im Sinne von „unehrenhaft“ zu deuten ist. Das Müllergewerbe war eben nur nicht in die handwerkliche  Zunftordnung eingebunden. Der Mühlenzwang verpflichtete die Bauern seit dem Hochmittelalter, ihr Getreide ausschließlich in der von der Herrschaft vorgegebenen Mühle mahlen zu lassen. Somit nahm die Mühle auch eine Funktion im Rahmen der Steuerbewertung für den Grundherrn ein. Gleichwohl waren die Familien der Müller im  Mittelalter auch gesellschaftlich eingeschränkt: Wer in eine Familie mit unehrlichem Beruf wie dem des Müllers hineingeboren wurde, war darin zeitlebens festgehalten. Später, in der frühen Neuzeit, werden aber auch die Müller in die Zunftordnung eingestellt. So kommt es durchwegs zu ehelichen Verbindungen zwischen den Müller-Nachkommen und den Handwerker-Familien der Umgebung.

 

Der Lohn für den Müller war meistens festgelegt; üblicherweise belief er sich auf ein Sechzehntel des Mahlgutes. Daher ist das Gewerbe der Müller – im Gegensatz zu dem anderen unehrlichen Leuten wie die Schäfer, Bader, Chirurgen, Abdecker etc. – im Vergleich mit den meisten Handwerkern für die Zeit vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein durchaus als wohlhabend anzusehen. In Böhmen wurde der Mühlenzwang unter Joseph II. mit der  Aufhebung der Grundherrschaftsverfassung 1789 abgeschafft. Andererseits standen die Müller auch im Verdacht betrügerischer Praktiken, da die Bauern bei bestehendem Mühlenzwang häufig wesentlich mehr Getreide einlieferten als sie in Form von Mahlgut zurückbekamen. 

 

Waren die Dörfer mit vorwiegend agrarisch geprägter Wirtschaftsstruktur im Zentrum der zugewiesenen Anbaufläche angesiedelt, so lagen die Mühlen natürlich am Fluß, meist außerhalb der Dorfanlage. So lagen im Falle des Dorfes Plumberg auch die Stegmühle und später die Steberlmühle am Leibitschbache etwa 800 m bzw. 1200 m vom Ortsrand entfernt, ein Umstand, der neben der angesprochenen Unehrlichkeit und des häufig anzutreffenden schlechten Rufes in gewissem Umfange auch zu einer sozialen Ausgrenzung geführt haben kann.

 

Die Stegmühle von Plumberg wird urkundlich erstmals im Hertenberger Lehenregister von 1523 im Anhang zum Elbogener Urbar der Grafen Schlick erwähnt (s. Rudolf Schreiber: Elbogener Urbar). Hiernach zahlt der Stegmüller je 7½ Gr. zu Walburgis (25.2.) und zu Michaelis (29.9.). Er muß zumindest im Spätmittelalter keine weiteren Lasten tragen und, weil die Müller - sofern sie keinen zusätzlichen Bauernhof bewirtschaften - in den meisten Fällen nicht herrschaftsuntertänig sind. Nach den Hertenberger Einkommensverzeichnissen von 1531 hat der Stegmüller zu den beiden jährlichen Zinsterminen je 8 Groschen zu zahlen und ab 1544 zusätzlich einen Kreuzer Brotgeld. 

 

 

 

 

1. Erhart Dörfler, Stegmüller bis 1574

Im Lehensbuch des Balthasar von Hertenberg, das ab dem Jahre 1549 geführt wird, ist Erhart Dörfer als Müller der Stegmühle angeführt:

# 10:   Stegmühl an der Leibitsch: Erhardt Dörfler, darunter Peter Unger: 7 Kreuzer  3 Pfennige  1 Heller zu den beiden Zinsterminen  Walb. und Mich. sowie 8 Kreuzer Laurenti Wachgeld, und so die Herrschaft etliche Seeghölzer darschafft muß er dieselben schneiden.

(Wachgeld ist die geldliche Ablösung der aus Zeiten der Kolonisierung rührende Wehrpflicht der Untertanen auf der Burg). Der Mühlzins ist in  dieser Liste nicht vermerkt.

Ob noch zusätzlich die übliche leistungsbezogene Abgaben zu zahlen sind, ist nicht vermerkt. 

Eine kleine Episode hat sich in den Urkunden des Egerer Archives vom 9.8.1569 erhalten:

"Erhart Dörfler off der steigmuhlen bei Goss. ersucht den Bürgermeister Bernhard Schmid in Eger um Erstreckung (= Aufschub) einer Tagfahrt zu der sein Weib vorgeladen war" (Gedenkbuch  Gossengrün 1, S. 14.

 

Zum Verhältnis der Münzwerte:
1 Gulden = 9 weiße Groschen  = 18 Groschen = 54 Kreuzer = 216 Pfennige
                   1 weißer Groschen =   2 Groschen =   6 Kreuzer =  24 Pfennige

                                                       1 Groschen =   3 Kreuzer =  12 Pfennige

               1 Kreuzer =    4 Pfennige

 

Erhart Dörfler  bezog nach dem Verkauf der Mühle 1574 einen kleinen Hof in Bernau, auf welchem er 1620 verstarb. 

 

Starb der Besitzer einer Bauernwirtschaft ohne männlichen Erben, so fiel das Anwesen dem Grundherrn zu; es wurde "fällig". So berichtet das ab 1616 geführte Grundbuch von Hartenberg "darnach auf Absterben weil. Erhart Dörfler, wohnhaft auf der Bernau, den man sonst "Dorn" genannt, sein Gütl als fällig, weil er ohne Manneserben abgelebt. Ihr Gnaden als Erbherrschaft Hans Heinrich von Pisnitz) ohnmittel anheimgefallen, als haben dieselben solliches heut dato den 4. Juni 1620 dem Hans Model zum Loch um 80 fl verkauft".

 

 

 

2. Peter Unger, ab 1574 als Stegmüller genannt (* um 1550)

In diesem ab 1549 geführten  Lehensbuch  werden auf einem halben Hof in Plumberg zunächst Georg und Jacob Reichenauer genannt, darunter Peter Unger. Dieser Hof zinst 

- 7 Kreuzer, 3 Pfennige und 1 Heller zu den beiden Terminen Walb. und Mich., dazu 

- 8 Pfennige Wachgeld zu Laurenti,, 

- 3 Pfennige Brotgeld zum Thomastag,

- 20 Eier und 1 Käse zu Ostern

- 1 Henne zu Michaelis   

 

Am 23.2.1574 läßt sich Peter Unger vor Balthasar von Herttenberg den Kauf der Stegmühle an der Leibitsch beurkunden, die er „am Dienstag zuvor“ von Erhart Dörfler gekauft hat. Es handelt sich also bei der Stegmühle nicht um eine sogen. Pachtmühle, die der Müller von der Herrschaft gegen Zins zur Nutzung überlassen bekommt, sondern er ist Eigentümer und Besitzer der Mühle. So ist auch  der Müller mit seiner Familie nach dem Untertanenverzeichnis von 1651 als "nicht untertänig" vermerkt.

 

Im Hartenberger Urbar von 1601 ist nun Peter Unger als Besitzer der Stegmühle eingetragen, gleichzeitig ist er auch auf dem Halbhof in Plumberg verzeichnet. Die Steuern lauten – nun wiederum schleichend erhöht:

Der halbe Hof in Plumberg:

- 7½ Kreuzer zu Walburga und Michaelis

- 8 Kreuzer Wehrgeld, 

- 3 Pfennige Brotgeld,       

- 1 Henne, 20 Eier, 1 Osterkäs, 

- Als Arbeitsleistung: 4 Tag Roßfrohnen, 4 Tag Schnitter, 1 Lachter Holz hauen und führen, 2 Fuder Stangenholz hauen und führen.

Die Stegmühle:

- 7½ Kreuzer Walb. und Mich., 

- 8 Kreuzer Wehrgeld, 

- 3 Pfennige Brotgeld, 

- Mühlzins 1 Gulden 48 Kreuzer an Walburgis und Michaelis

- Als Arbeitsleistung: Schnitter 1½ Tage

 

 

 

 

3. Simon Unger d. Ä, (geboren um 1580), 1617 als Stegmüller genannt

Nach dem Hertenberger Grundbuch # 9, das von 1604 bis 1617 geführt wird, ist zuerst Peter Unger, danach Simon Unger eingetragen. In diesem Zeitraum erfolgte offensichtlich die Übergabe der Mühle. Die Belastungen sind im Vergleich zum Urbar von 1601 gleich geblieben. Peter Unger und danach Simon Unger sind auch wieder auf dem halben Hf in Plumberg aufgeführt, ebenfalls mit den bisherigen Belastungen.

 

Simon Unger ist mit einer Margarethe verheiratet, diese ist (rückgerechnet aus dem Untertanenverzeichnis von 1651, wo sie noch zu dieser Zeit auf der Stegmühle als Witwe lebt) im Jahre 1581 geboren. Simon Unger ist somit vor 1651 gestorben.

Für Simon Unger und seine Frau Margarethe ist nur ein Sohn zu ermitteln:

(1) Simon Unger d. Jüngere, * (cuv) 1615

 

 

 

 

4. Simon Unger d. J., 1615 geboren

Aus Altersgründen kann es sich nicht um den als 3. Stegmüller genannten Simon Unger aus dem Untertanenverzeichnis von 1651 handeln. Das von der Reformationskommission aufgestellte Untertanenverzeichnis listet  die gesamte Bevökerung der untertänigen Gebiete Böhmens auf. Für jeden einzelnen Bewohner ab 14 Jahren wird hierbei festgestellt, ob er der katholischen Konfession zuzuordnen ist, d. h. ob die Person nach Angabe des Pfarrers gebeichtet hat. 

 

Unger Simon (37) Müller, * 1615, (Familie katholisch), er ist verheiratet mit Maria (25) „sein Weib“, errechnet * 1626

Ihre Kinder sind:

(1) Better Unger * 1647, später in Bleistadt

(2) Johannes Unger * 1649, arbeitet als Müller auf der Stegmühle

(3) Martin Unger * 23.8.1652, Taufe in Maria Kulm

(4) Lorenz Unger * 12.4.1655, Taufe in Maria Kulm

(5) Adam Unger, * 12.8.1657, Taufe in Maria Kulm

(6) Margaretha Unger, * 19.1.1659, Taufe in Maria Kulm

(7) Georg Unger * 10.3.1662, Taufe in Maria Kulm

(8) Magdalena Unger * 28.7.1665, Taufe in Maria Kulm


Auf der Stegmühle leben noch die Mutter des Simon Unger, Magdalena, als Witwe zur Herberg und die Dienstmagd Susanna Leyboldin (Alter: 20 Jahre) sowie
 Margret Ungerin (70) Mutter zur Herberg

 

Auf dem halben Hof in Plumberg, der 1617 noch für Simon Unger d. Ä eingetragen war, ist nun ein Hans Unger mit seiner Familie genannt.

In der sogenannten Berni Rula (Vermögensverzeichnis als Grundlage der Besteuerung) von 1654 ist der Stegmüller Simon Unger mit folgendem landwirtschaftlichen Besitz genannt (nun ein ¾-Hof) :

- 13 Tagwerk Ackerland

- 9 Tagwerk Wiese

- 2 Ochsen, 6 Kühe, 5 Galtvieh (Kälber) und 1 Schaf

Dazu dürfte es, wie bei Mühlen üblich, noch eine Menge Federvieh gegeben haben.

 

Der Müller Simon Unger stirbt am 4.6.1685 und wird in Maria Kulm „mit einem Seelamt und großem Geleut“ begraben.

 

 

 

 

5. Johannes Unger * (UV) 1649, Müller auf der Stegmühle

oo I am 15.1.1690 in Lanz Rosina Schmied aus Lauterbach, Tochter des Wolf Schmied. Kinder sind auf der Stegmühle geboren und in Maria Kulm getauft:

(1) Maria Susanna Unger * 2.5.1692

(2) Margaretha Unger * 13.4.1694

(3) Anna Sabina Unger * 28.10.1695, bekommt auf der Stegmühle ein uneheliches Kind namens Johann Josef, das 3.8.1754 in Maria Kulm getauft wird, im Alter von 18 Tagen stirbt und am 17.9.1754 in Maria Kulm begraben wird. Sabina Unger stirbt als „virgo“ (unverheiratete Frau) 60-jährig und wird am 5.5.1763 in Maria Kulm begraben.

(4) Margaretha * 4.5.1698

 

Johannes Unger kauft am 12. März 1696 die Stegmühle mit dem dazugehörigen halben Hof (wird zusammen als 3/4-Hof angegeben: 

"Heütt dato den 12. Marty 1696 ist Biß Uff gnädige Obrigkeitliche Bewilligung Zwischen Weyl. in Gott Seel: Verstorbenen Simon Ungers geweßenen Steg Mühlers Nach Gelaßenen Kindern ein Gütlicher Vergleich Undt Kauff , in Beywesen deren Beystanden Simon Unger in Goßengrün, Michl Dörfflers zu Plumberg Und Marttin Schmid deß Kauffers Schwager" wonach die weiteren noch lebenden Kinder des verstorbenen Stegmüllers  Simon Unger (Peter, Martin, Georg, Margarethe und Magdalena) die Stegmühle samt dem halben Hof  in Plumberg, zusammen 3/4-Hof "Wie sölcher Genit Und Genagelt auch in feld- und Wieß Maht" dem anderen Bruder Johannes die Mühle mit 2 Mahlgängen und dem Zubehör wie auch die agrarischen Produkte (Weizen, Gerste, Hafer, Leinsamen), einem Fuhrwagen im Werte von 650 Gulden überlassen, wovon dem Käufer 183 Gulden 20 Kreuzer aus dem Erbfall zustehen. Der Käufer hat danach 466 Gulden 40 Kreuzer noch abzulösen:

- dem Peter Unger 208 fl 20 Kr. (davon 25fl für die Hochzeit)

- dem Georg Unger 208 fl 20 Kr. (davon 25fl für die Hochzeit)

- der Magdalena, erheiratete Dörfler in Robesgrün 50 fl

- Martin und Margarethe Unger "haben das Ihrige schon Empfangen Und weiter nichts zu praetentiren".

 

"Was anbelangt die Schulden (d. h. die von Simon Unger noch ausstehenden Schulden und Guthaben) so auß standig, Wollen Undt Sollen dieße 3 Brüder, Peter, Johannes Und Georg, Einfordern, Und Untter sich in drey gleiche Theillen Vertheillen nichts Weniger Waß Sie Schultig sein wollen Sie auch ale Drey gleich bezahlen.

Undt Wan Künfftig die Mihle Sammbt den halben Hoff solte widerumb zu Verkauffen und feil sein So behalten beede brüder Petter und Georg bevor, dem Vor Kauff von Ein Fremmbtang (wohl ein Vorver-kaufsrecht)

Entstehende Kosten in Form von Steuern, Zinsen, Robot, Soldatenquartierung gehen zu Lasten des Käufers (Johann Unger).

 

Die Verbindlichkeiten des Johannes Unger sind bis zum Jahre 1712 bis auf 248 Gulden 40 Kreuzer getilgt. Über eine weitere Tilgung findet sich kein Eintrag im Grundbuch.

 

Rosina Unger ist nach der Geburt der Tochter Margaretha am 4.5.1698 und vor der zweiten Trauung des Johannes Unger am 16.11.1698 verstorben. Ein Sterbeeintrag ist weder in den Kirchenbüchern von Gossengrün noch in den Matriken von Maria Kulm eingetragen. Es ist wiederholt festzustellen, dass das übliche Trauerjahr in dieser Gegend nicht eingehalten wird. 

 

oo II 16.11.1698 in Maria Kulm Barbara Fenderl aus Littengrün, geboren (err.) 1675. Kinder aus dieser Ehe sind (alle getauft in Maria Kulm):

(5) Johann Lorenz Unger, * 17.1.1700

(6) Johann Georg Unger * 22.5.1701, 1737 als Soldat genannt

(7) Magdalena Unger * 7.1703

(8) Johann Michael Unger * 7.4.1705, 1737 Müllergesell

oo 29.10.1737 in Gossengrün Anna Magdalena Blaß, Tochter des Johann Georg Plaß, Bürgers und Fleischhackers in Gossengrün aus Gossengrün.

"ist der arbeitsame Junggesell Johann Michael Unger ein Müllers gesell des seel. Johann Ungers Stehnmüllers hinterlassener eheleibl. Sohn mit Jungfr. Magdalena des seel. Johann Georg Plassens Bürgers und Fleischhackers allhir hinterl. Eheleibl: tochter … Copulirt worden".

(9) Johann Adam Unger * 28.3.1707 , 1737 "Müllermeister auf der Stehmühl"

oo 25.11.1737 in Gossengrün Katharina Gareis aus Horn. "ist der arbeitsame Junggesell Johann Adam des seel. Johann Unger Müller meisters auf der Stehnmühl hinterlassener eheleibl. Sohn, so auch miller allda mit Jungfr. Catharina des Johann Michl gareissen in Dorf Horn eheleibl: tochter … Copulirt worden.

 (10) Anna Unger * 10.2.1709

(11) Josef Unger * um 1710, 1737 als Mühlknecht genannt

(12) Bartholomäus Unger * um 1710, 1737 als Töpfer in Gossengrün  genannt

 

Johann Unger ist nach Ausweis des Grundbuches Plumberg 1, S. 169 im April 1717 verstorben.

 

Nach dem Tode des Johann Unger löst seine Witwe Barbara die Mühle ab:

"Heüth dato 11 April 1717 ist ... ein Ehrlich Kauf gehandlet undt beschlossen word(en) Nämbl der gestalt als ... die Wittib Barbara Ungerin Steeg Müllerin die Mühl welche Vorhero miz zwey gutten Mahl gäng bestand" und weil der Sohn (Johann Lorenz, 17 Jahre alt) "im Mahl Wergk nicht fundiert ist", wie auch der halbe Hof mit einem Pferd, 3 Ochsen, 4 Kühen, 5 Galtvieh (Kälber) 2 junge Ziegen mit weiterem Zubehör um eine Summe von 650 Gulden angesetzt mit den restlichen Schulden:

- Peter Unger (Bruder des Johann Unger) zu Bleistadt: 100 fl 20 Kr.

- Georg Unger (Bruder des Johann Unger) 128 fl 20 Kr.

- Magdalena Hoyerin hinterlassene Kinder 20 fl

- Frau Hans Wincklerin zu Bleistadt 4 fl

- Georg Schuh zu Maria Kulm: 1 fl 30 Kr.

- Hans Jacob: 18 Kr.

- dem Blassen in Gossengrün 1 fl 30 Kr.

- Georg Dörfler zu Gossengrün 1 fl 30 Kr.

- dem Mühlknecht Andreas Kraus: 127 fl 48 Kr.

- abzügl. einer Forderung gegenüber Andreas Kraus: 91 fl

d. h. es ergeben sich (nach Rechnung des Amtes) ein Restbetrag von 255 fl 44 Kr., die unter die Witwe als Käuferin und ihren drei Kindern sowie den 6 Kindern der ersten Frau des Johannes Unger zu gleichen Teilen jeder 25 Gulden 34 Kreuzer 4/16 Pfennige.

Am 22.11.1732 sind 321 Gulden 20 Kreuzer getilgt (Grundbuch 1 von Plumberg  S. 359).

 

Am 3. Juni 1733 kommt es zu einer Einigung zwischen der Stegmüllerin Barbara Unger und den Geschwistern Unger und Dörfler wegen der Wassernutzung eines Zuflusses (Reingraben) zum Leibitschbach, der von den in Plumberg ansässigen Bauern Unger und Dörfler sowie der Stegmühle genutzt wird. Hiernach folgt der Beschluß, daß das Wasser von Montag in der Frühe bis Donnerstag Mittag von den Brüdern Michel und Christoph Unger, danach bis Montag Früh von der Stegmüllerin genutzt wird. Daneben können die Gerüder Dörfler den Zulauf nutzen, ohne die beiden anderen Parteien zu schädigen (Grundbuch Plumberg 1 S. 359). 

 

Barbara Unger wird 62-jährig als Witwe am 7.2.1737 in Maria Kulm beerdigt.

 

 

 

6.a. Johann Lorenz Unger * 1700, ist  Müller auf der Stegmühle, 

aus Plumberg, getauft am 17.1.1700 in Maria Kulm, 

oo am 16.11.1726 in Maria Kulm Maria Unger (* err. 1705), Tochter des Michael Unger und seiner Ehefrau Maria. Ihre Kinder sind (alle geboren auf der Stegmühle, getauft Maria Kulm):

(1) Anna Maria Unger * 27.10.1729 heiratet am 18.4.1736 in Maria Kulm Martin Stowasser aus Plumberg, Sohn des Johann Stowasser

(2) Johann Michael Unger * 30.8.1732, oo 23.10.1772 in Maria Kulm Elisabeth, Tochter des Karl Loquai von Prünles. Johann Michael Unger ist 1771 als Müller auf der Stegmühle genannt.

(3) Johann Georg Unger * 8.4.1735

(4) Johann Thomas Unger * 6.2.1740, 

oo 30.6.1767 Susanna, Tochter des Josef Hammerl aus Liebenau

(5) Lorenz Unger * 4.8.1743, stirbt im Alter von 3 Jahren und wird am 22.11.1746 in Maria Kulm begraben.

(6) Josef Bernhard Unger * 3.4.1747 (Vater: Johann Lorenz, hier auf der Steblmühle = Steberlmühle). Er heiratet 1771 Barbara Dörfler, Tochter des Schneiders Simon Dörfler aus Gossengrün.

(7)  Anna Sabina Unger * um 1740, oo 23.7.1756 Josef Stowasser, Sohn des Mathes Stowasser aus Plumberg,

 

Am 28.3.1737 übernehmen die Brüder Johann Lorenz Unger und Johann Adam Unger nach dem Tode der bisherigen Stegmüllerin Barbara Unger die Stegmühle und den halben Hof zu einem Wertansatz in Höhe von 650 Gulden:

"Heunt dato den 28. Marty 1737 sind in dem allhießig Hochgräfl: Ambt erschienen die gesambte weyl: Johann Ungers gewesten Steeg Müllers nächst Blumberg, und dessen Ehewürthin beede nunmehro Seel: Kinder und hinterlassene Erben, und haben die von ihren Eltern Seel: Erblich Zugefallene Mahlmühl sambt darzugehörigen halben Hoff zu Blumberg Ihren beiden Brüdern und Miterben, nembl: Johann Lorentz Unger alß ältisten und Hans Adam Unger als Jüngsten bruder Kauff Zuübergeben Vor: und angebracht mit nachfolgend biß auf erfolgend gdg. Obrigkeitl. ratification geschlossenen Kauff Contract zugleich auch außeinander gestellter Theilung was die sowohl rechte als auch Stiffgeschwister an Erpportionen empfangen sollen, Nembl: 

Erstens. Es Verkauffen gesambte Erben, im Namen des abweßend Bruders Josef Ungers Mühlknecht, und Hannß Görg Ungers Soldaten, der Barthlm(e)s Unger, Bürger und Töpfer in Gossengrün, die Mahlmühl mit 2 gangbahren Mallgängen sambt Schneidmühl wie solche D(er)mahlen in standt, Item dem zu Blumberg befindlichen halben Hoff wie alles nit und naglfest, auch mit reinen (Rainen) und steinen umbfangen ist, mit Beylassung 4 Zugochsen, 1 Kuh, 1 Zwey: und 1 Einähriges Kalbchen, und 1 Ziegen und 1 Lamb, ingleichen wagen, Pflug und Eyden (?) mit allen ihrer zugehör wie auch den wintter saamen auff dem feldt in 3 Str. Korn Bestehend, Item an Körnern 3 Str: Sommer Saatkorn, 5 Str. gersten, 1 str. Arbes und 6 Str Habern sambt aller Hauß: Mühl: und Baumannsfahrnis, außer waß die and. mobili anbetr. welche Sie geschwistert schon selbsten güttl. untereinander getheilt haben, Ihren obgenannten Zweyen Brüdern um zwar eine Summa zu sechshundertundfünffzig gulden". Als Anzahlung sollen die beiden Brüder zu Walburga 100 Gulden in bar zahlen und dann jedes Jahr zu Walburga 10 Gulden bis der völlige "Kaufschilling"beahlt sein wird.

Darüber hinaus sind folgende Schulden noch zu bezahlen:

- Amtsgebühr für diesen Kontrakt: 10 fl 50 Kr.

- Martin Dörfler in Plumberg: 26 fl

- Johann Dietl in Gossengrün 3 fl 54 Kr.

- Christoph Klier, Schneider: 4fl

- dem Bruder Hans Adam Unger 1 fl 38 Kr.

- aus der Erbteilung vom 2.3.1734 für den verstorbenen Georg Unger: 5 fl

- Amtsgebühren aus der Erbeilung für die Stegmüller-Erben zu Loch: 1 fl 30 Kr.

- Johann Unger zu Loch: 7fl 44 Kr. 5dl

- dessen Bruder Mathes Unger: 7fl 44 Kr. 5dl

- der SchwesterMaria Harbauerin in Gossengrün: 7fl 44 Kr. 5dl

- dem Josef Unger, Müllerknecht: 25 fl 34 Kr 3dl

- Erbteil für den sel. Georg Unger zu Loch: 3 fl 36 Kr.

- für die verstorbene Schwester Sabina abzügl. Beerdigungskosten: 10 fl 12 Kr.

-die vierteljährliche Messe für die verstorbenen Eltern: 5 fl.

Schuldenstand insgesamt 129 fl 29 Kr.; damit beträgt das zu erteilende Erbe 529 fl 31 Kr. Hiervon erhalten

- Sabina Unger 90 fl

- Hans Lorenz aus Erbteil sowie zur Hochzeit: 79 fl 31 Kr.

- Magdalena Klier: 60 fl

- Johann Michael Unger (zum Erbteil noch 30 fl für die Hochzeit): 90 fl

- Johann Adam Unger wie oben 90 fl

- Anna Stowasser: 60 fl

- Hans Georg Unger (Soldat) 60 fl

Weitere Bestimmungen des Kontrakts (u. a.):

- die noch ledige Schwester Sabina kann bis zu ihrer Hochzeit bei einem der beiden als Käufer genannten Brüder wohnen, solange sie bei einem der Brüder wohnen und arbeiten will. wobei sie auch Kost und Belohnung erhalten soll. Will sie sich aber im Haus alleine verköstigen, so soll ihr eine Ziege im Futter gehalten werden.

- jedes der Geschwister soll für die verstorbenen Eltern eine hl. Messe lesen lassen.

- Lasten wie Steuern, Geld-- und Mehlzins, Scharwerk, Soldaten-Einquartierung, in Summa alle geistlichen und weltlichen Lasten sollen die beiden Käufer tragen.

- der Bruder Josef wird abgesehen vom erhaltenen Erbteil von 25 fl 34 Kr 3 dl aus der Vermögensverteilung ausgenommen, weil er "allzeit separirt gestanden auch er sich schon Viele Jahr absentirt und im Haus wenig genutzt ... an dieser Mühl und halben Hoff ins künfftig nichts mehr praetendiren können..". Beim Tode des Josef Unger soll seine Schwester Sabina diesen Erbteil erhalten. Bei einem Ableben der Schwester Sabina soll Josef Unger ihren Erbteil zusammen mit den übrigen Stiefgeschwistern teilen.

 

Bei der Besprechung des Kontrakts vom 13.4.1737 mit allen Erben wird dargelegt, daß Johann Lorenz Unger die Mühle,  wie auch die Brettmühle bisher ordentlich führen konnte, aber den Feldbau vernachlässigt haben soll und er sich auch nicht zutraue den halben Bauernhof zusätzlich zur Mühle zu bewirtschaften, wie auch der jüngere Bruder sich außerstande erklärt, Mühle und Hof zu zusammen zu bewirtschaften. Nach Verweis des Amtes "Sollte wieder Verhoffen Uneinigkeit entstehen und ins Amt Klagbahr kommen, so wirdt nach erkandtnus, welcher schuldigen Theil in der Zwistigkeit, zudem kein gutter würthschaffter seye, von der Mühlweg und auf den halben Hoff zu ziehen gezwungen, Ja nach erforderten Fall vermelten Liederlichen wandels, ein als wie der ander völlig abgechaffet,und Einem andern Käuffl. überlassen werden".

 

Der Versuch, den halben Hof mit seinen Grund- und Robotlasten einfach loszuwerden und als nicht untertäniger Müller ansässig zu sein, ist somit eindeutig gescheitert.

 

Johann Lorenz Unger kauft am 20.9.1754 den von seinem Bruder Johann Adam Unger an Martin Hamerl verkauften Teil der Stegmühle (s. unter 6.9: Johann Adam Unger).

 

Johann Lorenz Unger stirbt auf der Stegmühle 60-jährig und wird am 13.11.1758 in Maria Kulm begraben:

"... begraben worden der Maria Ungerin ihr Mann Joann Lorentz, alt über 60 Jahre, welcher von einem                   Schlagfluß getroffen und des gähen Tods gestorben".

 

Maria Unger stirbt 70-jährig am 23.1.1775 in Plumberg 24 (Stegmühle)

 

 

 

 

6.b. Johann Adam Unger * 28.3.1707, 1737 "Müller auf der Stehmühl"

oo 25.11.1737 in Gossengrün Katharina Gareis aus Horn. 

"Johann Adam des + Johann Unger, Müllermeister auf der Stehmühl so auch Müller allda mit Katharina des Johann Michael Garreis von Horn"

Das Ehepaar wohnt in den ersten Jahren noch auf der Stegmühle. Hier kommen auch die folgenden Kinder zur Welt:

(1) Anna Eva Katharina Unger *am 1.11.1738, + 11.11.1738, im Alter von 8 Tagen

(2) Anna Katharina Unger *am 26.10.1739

(3) Ludmilla Unger *am 27.10.1744

(4) Anna Margaretha Unger *am 13.12.1746

(5)  Johann Georg Unger * 1748, + 28.10.1752, 6 Jahre alt

Das Ehepaar hat kein überlebende männliche Nachkommen.

 

Am 9.7.1748 verkauft Johann Adam Unger, Müllermeister auf der Stegmühle, seinen Anteil an der Stegmühle "wie selbte umbraynet und bestainet ist", wie er sie mit seinem Bruder besessen und genutzt hat, an Martin Hammerl, einem untertänigen Müller aus der Herrschaft Schönbach um 515 Gulden. Zur Mühle wird noch ein Ochse, ein tragendes Kalb, ein Öchsl, eine Ziege, an Ackerfläche 2 Str. Winterkorn, 2 Str. Sommerkorn, 1 Str. Gerste, 2 Str. Hafer, 2 Str. Erdäpfl, dazu einen halben neuen Wagen, einen Pflug etc. Der Käufer hat alle Leistungen für die Obrigkeit zu erfülen, darunter auch die Robot.

 

Am 20. September 1751 kauft Johann Lorenz Unger den halben Teil der von Martin Hammerl gekauften Stegmühle:

"Heünt dato den 20. 7bris 1754 ist biß auff gnädig Obrigkeitl. Ratification in beyseyn der hinnach benannten unterschriebenen Zeügen ein Ehrlicher Kauff Behandelt und auch beschlossen worden Nemblich dergestaltet und alßo:

Es verkaufft Meister Martin Hammerl Hochgräfl. Selbischer Schönbacher unterthan seine bißhero in Besitz gehabte halbe Mühl, welche er von Adam Unger des Kauffers Bruder erkauffet hat, an dem Meister Lorentz Unger Steegmüllern, wie Er ohnedem die ander helffte Käufl: an sich hat umb eine Summa zu Sechshundertfünff Gulden rein.

Gibt Kauffer zur Ersten anfrist Michaeli 420 fl

Nachfrist S: Michaeli 1752, 1753 und 1754 Erbschaft Adam Unger (je) 45 fl

Dieße 605 fl haben zu erheben Verkauffer Martin Hammerl 420 fl

Item Adam Unger in drei Fristen 135 fl 18 Kr.

womit nihmbt Kauffer von seinen beeden Stieffbrüdern, so einer ein Soldat Nahmens Johann Geörg, den andern so in der frembde ist und Adam Unger die Halbscheid hette bezahlen müssen, besag Lorentz Ungers Kauffbriefstatt Baaren geldt über sich, alß Nehmbl. von dem Johann Geörg Unger 30 fl

von Joseph Unger 19 fl 41 Kr" (Grundbuch 1 Plumberg S 380 ff.).

Der Käufer übernimmt dem Anteil der halben Mühle entsprechend das halbe Inventar und die Bestände sowie die vollen Lasten, wie sie aus dem halben Bauernhof bestehen. 

Den Betrag von 420 fl hat der Verkäufer vom Käufer Lorenz Unger am 26.11.1761 "Baar und rüchtig" erhalten.

 

 

 

 

Die 5 Söhne des Johann Lorenz Unger

"Nachdem Lorentz Unger Steigmüller zu Blumberg das zeitl. gesegnet, die hinterlassene wittib unter weil mit ihren 5 Söhnen Hauß gehalten", ist man nun mit Zustimmung der  "gnädigen Obrigkeit" zu einer Regelung gekommen, nachdem es zwischenzeiltlich zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen den in der Mühle wohnhaften Personen gekommen war (Johann Adams Schlag auf den Arm; einen weiteren Angriff nur mit Flucht oder Einsatz von Seitenbeilen oder Heugabeln abwehren konnten, eine Auseinandersetzung, die letztlich mit einem Gewehrschuß endete) empfiehlt das Amt, die Mühle samt dem halben Hof zu schätzen zu lassen und diese dem Höherbietenden zu verkaufen, "da die Söhne in ihrer Halsstarrigkeit verharrten". Eine Ausschreibung erbrachte, daß die Mühle mit dem alben Hof "dem Peter Dörfler aus Blumberg mit allem Recht und Gerechtigkeit ... zu 1050 fl käuflich" mit allen Lasten zugesprochen "und aller vermög Inventary ihm gerichtlich übergeben" wurde. Der Käufer hat zur Anfrist 500 Gulden zu erlegen sowie die Restschuld alljährlich mit 50 Gulden zu tilgen.

Am 17. April 1759 wird dieser Kauf vom hochgräfl. Pisnitzischen Amt bestätigt.

 

Kurz darauf verkauft Georg Dörfler, der offensichtlich nicht den gesamten Anzahlungsbetrag leisten konnte, den beiden Söhnen der Stegmüllerin, Johann Georg und Josef Bernard Unger, die Stegmühle und den halben Hof "seine käufl. an sich gebrachte Steügmüll samt dem halben Hof wiederum wie er solche gekaufet" mit allem Zubehör ohne etwas entnommen zu haben und die Summe per 1050 Gulden unter der Bedingung,daß die beiden Käufer gleich nach der Ratifikation (durch die Herrschaft) den bisher gezahlten Betrag von 216 Gulden 29 Kreuzer und 3 Pfennige zur Anfrist in bar zu erlegen sollen, die übrigen Schulden sind in zwei Fristen in bar zu zahlen. Die beiden Käufer sollen, bis sich der älteste der beiden Söhne, Johann Georg verheiraten wird, beim Haushalt der Mutter leben. Sollten die beiden nicht mit ihrer Mutter auskommen können "und von ihrem Tisch absetzen, wollte zu ihrem unterhalt ein außzug auf gnedig obrigkeitliche erkenntnis gemacht werden wird". Der Kauf wurde am Amt am 28.1.1760 ratifiziert. Die Zahlungsrechnung lautet:

- Peter Dörfler zu Plumberg: 216 fl, 29 Kr. 3 dl

- Anna, seel. Christoph Stowassers Erben: 140 fl

- Christoph Klier zu Gossengrün: 132 fl 44 Kr

- Matz Dörfler aus Liebenau: 70 fl

- Forderung Johann Georg Unger: 30 fl

- Josef Unger: 19 fl 41 Kr. 1 1/2 dl

- Verbleibt der Mutter mit ihren Söhnen: 441 fl 5 Kr. 1 1/2 dl

 

 

 

 

7.a. Johann Michael Unger * 30.8.1732, Müller auf der Stegmühle

geboren 30.8.1732 als Sohn des Lorenz Unger und der Mutter Maria,

oo 23.10.1772 in Maria Kulm Elisabeth Loquai, Tochter des Karl Loquai von Prünles. Johann Michael Unger ist 1771 zunächst noch als Müller auf der Stegmühle genannt, später ist er im Dorf Plumberg als Bauer ansässig.

Er wird am 19.11.1775 begraben:

".. der Elisabetha Ungerin ihr Mann Joann Michaeln alt 38 Jahr, gestorben den 17. früh gegen 6 Uhr,                     omnibus Sacramentis utl. provisus".

 

 

 

 

7.b. Johann Georg Unger * 8.4.1735, Müller auf der Stegmühle, Nr 23

oo 14.2.1763 in Maria Kulm Katharina Kindl, Tochter des zu diesem Zeitpunkt verstorbenen Ferdinand Kindler.

Die Kinder aus dieser Ehe sind in der Stegmühle geboren und in Maria Kulm getauft:

(1) Josef Unger * 13.5.1764

(2) Johann Karl Unger * 9.4.1766

(3)    Georg Unger * 9.1767, "natus mani curia"  + 12.2.1769, # in Maria Kulm

(4) Johann Andreas Unger * 14.7.1769

 

Johann Georg Unger wird am 28.7.1788 begraben. 

"Plumberg 23: Unger Johannes Georgius, Müllermeister und Hauswirth von der Stehmühl, 50 Jahre, Geschwulst".

Am 20.Juli1782 kommt es zu einer Einigung in einer Auseinandersetzung bezüglich der Bereinung (Grundstücksgrenzen) zwischen Johann Georg Unger und seinem Nachbarn Franz Stowasser: 

 

 

7.c. Josef Bernhard Unger, * 3.4.1747, Müller auf der Stegmühle Nr. 24

Er heiratet am 30.4.1771 in Gossengrün Barbara Dörfler, Tochter des Schneiders Simon Dörfler aus Gossengrün: Unger Josephus honestus Juvenis molitor ex mola penes pagum Plumberg, Parochia Culmensis filius legitimus defuncti Laurentii Unger ibidem molitoris cum virtuosa virgine Barbara filia legitima defuncti Simonis Dörfler fabri in Gossengrün. Testes: Thomas Unger, sartor ex Plumberg, Michael Unger molitor ex Stehmühl (# 24).

Deren Kinder sind:

(1) Anna Margaretha Unger, * und = 22.6.1772

"nata mane 2, Parentes: Josef Bernard Unger molitor et uxor ejus Anna Barbara ambo subditi Hartenberge.; Patr.: Anna Margaretha Schmidin, Laurentius Martinus Schmidt; Plumberg 24".

(2) Katharina Unger * (err.) 1774

Bekommt am 3.3.1793 in Plumberg 24 einen Sohn Wenceslaus. "Mutter: Catharina geborene Ungerin aus der Stehmühl".

 

Am 1.März 1777 verkauft der Stegmüller Josef Bernhard Unger seinen Viertelhof in Plumberg "wie dieses an Feldern, Wiesweid und gehöltz mit Rein und Steinen umfangen mit allen hierauf betreffenden Recht und gerechtigkeiten dann Landes fürstl(ich)en und Obrigkeitl. Schuldigkeit nebst dem in Dorfe Plumberg ihm bishero gehörigen halben Hof sub Nro. 20 an den Johann Jacob Renz um eine Kauf Summa p. drey hundert zwantzig Gulden ... gleich in baar in der gänzen zubezahlen". Als Zeuge bei diesem Verkauf tritt sein Bruder Johann Georg Unger auf.

 

23.4.1849 Eva Unger (24 J) aus Pl # 23 oo Karl Hammerl (25 J) Müllermeister in Schönbach

 

 

Seit mindestens 1760 hält sich der Siebmacher Johann Endler aus Zeitler unweit der Gabel in Böhmen (Deutsch Gabel?) mit seiner Frau Magdalena in der Stegmühle auf. Möglicherweise hat er hier für eine bestimmte Zeit die in Mühlen in Mengen benötigten Siebe repariert bzw. arbeitet beim Mühlbetrieb mit.. Hier kommt auch am 28.10. seine Tochter Anna Theresia zur Welt, die am folgenden Tag in Gossengrün getauft wird.

Am 20.11.1763 wird deren Sohn Josef Endler und seiner Ehefrau Barbara Fischer geboren und am gleichen  Tage getauft. Taufpate Josef Unger.

 

 

 

 

8.a. Josef Unger * 13.5.1764 Müllermeister auf der Stegmühle, Haus # 23

Sohn des Johann Georg Unger und der Katharina Kindl, heiratet am 4.2.1794 Anna Margarethe Klier aus Plumberg # 8. 

"Unger Josef aus der Stegmühl 25 (30 Jahre) oo Margaretha Klier (19 J.) aus Plumberg 8".

Ihre Kinder sind:

(1) Michael Unger * 8.12.1794 in Plumberg 23

"V: Unger Josephus, Müllermeister; M: Margarethaa geb. Klierin aus Plumberg N: 8. Pate: Michael                 Werner. Zeug: Eva Wernerin,  dessen Mutter, beide aus Plumberg".

(2) Laurentius Unger * 6.9.1799 # 23

 

 

 

 

8.b. Karl Unger * 9.4.1766, Müllermeister auf der Stegmühle, wohnhaft # 23

Sohn des Johann Georg Unger und der Katharina Kindl, heiratet Eva Bähr, Tochter des Adam und der Elisabeth von Frauenreuth. Ihre Kinder sind:

(1) Wenzel Unger * 30.1.1809 # 23

 

 

 

 

9. Wenzel Unger * 30.1.1809, Müllermeister, wohnhaft # 23

Verheiratet mit Katharina Steidl, Tochter des Müllers Karl Steidl aus Königswerth, Falkenauer Herrschaft Nr. 26 und der Theresia, geb. Fischer.

Ihre Kinder sind:

(1) Wenzel Unger, * 18.5.1835, = 19.5., in # 23

(2) Mathäus Unger * 8.9.1837, = 9.9. # 23, kurz darauf verstorben

(3) Barbara Unger * 17.3.1840, 0 18.3. # 23

(4) Richard Unger * 17.8.1842, 0 18.8., + 19.8.1842

(5) Elisabeth Unger * und = 19.2.1844 # 23

(6) Elisabeth Unger * und = 12.10.1846 # 23, + 8.2.1879

 

In Haus-Nr. 23 wohnt in den 30er Jahren (nach dem Geburtsregister Buch 13) auch der Leinweber Josef Leypold mit seiner Frau  Magdalena Dörfler aus Grün bei Eger, Tochter des Taglöhners Wenzl Dörfler.

 

 

 

 

Johann Georg Kahla * err. 1776, Müller auf der Stegmühle, Haus # 24

Joh. Georg Kahler (zuvor: Kahla) stammt aus Sorgen Hs.-Nr 6, Pfarrei Trebendorf, Bezirk Eger. 

Der Trauungseintrag seiner Eltern (zu: Sorgen Haus-Nr. 6) lautet:

"Sorgen den 7.9bris (1769) ist der ehrbare Junggesell und Mahl Müller Andreas Kahla weyl. Thoma Kala gewester Mahl Miller alhir dessen eheweib Magd(alena) eine geborene Blaslin aus Eger ehelaibl. Sohn mit der Tugendsamen Jgfr. Magd. Margaretha Nicolai Brandtnerin, eines Bauern zu Sorgen dessen eheweib Anna Ursula gebohrener Mackin aus Sorgen ...".

 

Johann Georg Kahla heiratet am 11.1.1797 in Gossengrün Katharina Unger, Tochter des Josef Bernhard Unger und der Barbara Dörfler. Ihre Kinder sind:

(1) Maria Anna Kahla * 25.2.1798 in # 24;
- bekommt am 15.8.1823 in Hs.-Nr. 24 eine uneheliche Tochter namens Katharina, diese +.
- bekommt am 29.9.1825 in Hs.-Nr. 24 ein weiteres uneheliches Kind namens Andreas, Vater: Dörfler Andreas, Webergesell geb. in Loch 29 ehel. Sohn des Franz Michael Dörflers Weber aus Loch und der Franziska Seidl aus Bleistadt. Das Kind wird am 20.11.1837 legitimiert.
- am 13.2.1828 kommt in # 24 ein weiteres Kind Martin zur W
        - Maria Anna Kahler heiratet am 20.11.1831 den Leinweber Andreas Dörfler aus Loch 29, ehel. Sohn des Leinwebers Friedrich Stowasser und der + Franziska, geb. Riedl aus Bleistadt.

(2) Vitus Kahla * 12.12.1799 # 24 oo Anna Künzl aus Unterprünles

(3) Josephus Kahla * 5.5.1802 # 24, ist Zimmermann in Plumberg 18. Katharina Unger aus Plumberg # 24 bringt hier auch am 7.8.1836 eine uneheliche Tochter Magdalena zur Welt, die kurz nach der Geburt verstirbt. Joseph Kahler bekennt sich "persönlich und freiwillig als Vater dieses unehel. Kindes und als solcher im Taufbuche eingeschrieben zu werden verlange, bezeugt derselbe durch die seinem Nahmen beygesetzten Kreuzzeiche
             Joseph Kahla, Zimmermann in Plumberg # 32, oo 19.2.1849 (zu diesem Zeitpunkt sind beide Elternteile verstorben) Maria Anna Peter, aus Plumberg 18, ehel. Tochter des Zimmermanns Veit Peter und der Katharina Mayerl aus Liebenau # 38.

(4) Barbara Kahla * 9.2.1805 # 24

(5) Andreas Kahla * 21.6.1806 # 24, verheiratet mit einer Magdalena, ist Müller in Falkenau (Zeugen bei der Taufe des Andreas Kahler am 24.7.1837)

(6) Mathes Kahla * 22.11.1808 # 24

(7) Anton Kahla * 20.7.1811 # 22 (!)

(8) Martin Kahla * 23.10.1813 # 22 (!), + 11.12.1904
             der Müller Martin Kahla oo 13.11.1855 Katharina Dörfler (+ 16.12.1898), geb. in Plumberg 21, ehel. Tochter des Michael Dörfler, Bauer und der Theresia geborene Dörfler aus Plumberg 30

(9) Ignaz Kahla * 15.7.1816 # 24 (!), + 1.2.1860

(10) Theresia Kahla * 6.6.1819 # 24 oo 21.8.1855 den Hausbesitzer und Witwer Karl Brandner, geb. in Frankenhammer # 35.

 

 

 

 

Vitus Kahler * 12.12.1799 Müller auf der Stegmühle, # 24 

oo Maria Anna Künzl aus Unterprünles # 84, Tochter des Andreas Künzl, Bauer in Unterprünles und der Theresia, geb. Loquai aus Prünles # 3. Der Familienname ist nun durchwegs "Kahler" geschrieben. 

Nach Sommer handelt es sich 1845 um "2 Mühlen (die 'Stegmühlen') in einem Gebäude; mit Brettsäge" (Sommer Johann Gottfried: Das Königreich Böhmen, statistisch-topographisch dargestellt. 15. Band: Elbogenerer Kreis, Prag 1847, S. 54).

Ihre Kinder sind:

(1) Martin Kahler * 26.5.1834, = 27.5. # 24; oo Katharina Dörfler aus Plumberg 21, + 21.12.1904 Großvater Georg ist nach dem Taufeintrag bereits verstorben.

(2) Andreas Kahler * 24.7.1837 # 24, 1884 als Hausbesitzer in Gossengrün # 151 genannt.

(3) Magdalena Kahler * und = 25.1.1840 # 24, oo 3.2.1857 den Bauern Mathias Klier, ehel. Sohn des Bauern Josef Klier und der Theresia Dörfler aus Loch # 26.

 

 

Aus Gründen des persönlichen Datenschutzes sind die jüngeren Kirchenbücher von Gossengrün noch nicht öffentlich zugänglich. Daher sind die Einträge zu den folgenden Generationen nicht komplett.

 

 

 

Martin Kahler * 26.5.1834, = 27.5; Müllermeister auf der Stegmühle 1858: # 24, 1860: # 23

oo Katharina Dörfler aus Plumberg 21

Ihe Kinder sind:

(1) Martin Kahler, * 1.1858, Müller in Plumberg # 24, oo 26.7.1887 Katharina Heinl

(2) Andreas Kahler, Müller * 10.1860 in Plumberg # 23, oo 6.5.1884 Theresia Dörfler

oo 6.5.1884 Theresia Dörfler aus Plumberg # 22

Martin Kahler stirbt am 21.12.1904

 

 

 

 

Martin Kahler, * 1.1858, Müller in Plumberg # 24

oo 26.7.1887 Katharina Heinl aus Plumberg 17

"Heinl Katharina ( * 1864, + 23.6.1926 in Plumberg # 24) geboren und wohnhaft in Plumberg Nr. 17, eheliche Tochter des Josef Heinl, Bauers in Plumberg Nr. 17 und der Barbara geborener Dörfler aus Plumberg Nr. 15"

 

Martin Kahler stirbt am 17.3.1928 in Plumberg 24

 

Die geordneten Vertreibungen (im Gegensatz zu den wilden Vertreibungen unmittelbar nach dem Kriege) wurden 1946 bis 1947 durchgeführt. Insgesamt wurden aus dem ganzen Kreis Falkenau in diesen Aktionen 38.989 Personen vertrieben, in 37 Transporten zu je etwa 40 Viehwaggons, d. h. in einem Waggon fuhren 30 Personen. Von den Müllern der Plumberger Mühle waren folgende Personen betroffen:

 

Transport Nr. 8 Waggon 25 am 3.6.1946, Zielbahnhof Dachau:

- Erna Kahler    4 Jahre

- Josef Kahler  19 Jahre Müller und Landwirt

- Anna Kahler          35 Jahre Spitzennäherin

- Margarethe Kahler 64 Jahre Hausfrau

- Martin Kahler  65 Jahre Müller und Landwirt

 

Transport Nr. 15 Waggon 18 am 5.7.1946, Zielbahnhof Dieburg/Sandbach:

- Josef Kahler 40 Jahre Müller und Landwirt

- Marie Kahler         29 Jahre Hausfrau

- Edeltraud Kahler   6 Jahre

- Theresia Kahler 83 Jahre

- Erwin Kahler           6 Jahre