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Linie des Hans Stowasser aus Plumberg

1. Hans Stowasser * um 1495

Im Elbogener Urbar der Grafen Schlick aus dem Jahre 1525 wird auf einem Hof in Plumberg ein Hans Stowasser als Bauer genannt. Er hat an den Zinszahlungsterminen zu Walburgi und zu Michaeli jeweils einen Gulden zu zahlen, darüber hinaus liegt – wie auch bei den übrigen Bauernhöfen der Herrschaft – eine Zinspflicht von 4 weißen Groschen jährlich zu St. Lorenz (10. Aug.). Bereits diese Grundzinsdaten liefern uns einige weitere Informationen:

(1) In dieser Gegend gelten noch die alten deutschen Zinstermine zu St. Walburga (1. Mai) und St. Michael (29. September), also ein Beleg für die Gültigkeit des Egerer Rechts im Hartenberger Herrschaftsbereich. Östlich des Elbogener Kreises haben wir dann schon die in Böhmen üblichen Zinstermine zu Georgi (24. April) und Galli (16. Oktober), die spätestens seit der Zusammenlegung des Elbogener Kreises mit dem Saazer Kreis im 18. Jahrhundert auch für die Herrschaft Hartenberg Gültigkeit erlangen.

(2) Der Zinszusatz von 4 weißen Groschen für Wachgeld weist auf die Wachpflicht der Bauern auf der Burg Hartenberg aus der Zeit der Kolonisierung des Elbogener Kreises hin, der alten Wehrverfassung, die später mangels Notwendigkeit in eine Geldforderung umgewandelt wurde. Da die Münze der "weißen Groschen" erst im frühen 16. Jahrhundert eingeführt wurde, dürfte also der Termin dieser Umstellung der Grundlasten höchstens 2 bis 3 Jahrzehnte vor der Erstellung des Elbogener Urbars von 1525 erfolgt sein.

(3) Der Zinssatz von einem Gulden passt nicht in die Zinsstruktur der übrigen Plumberger Höfe. Der erste Hof (in der Reihenfolge auf der Steuerliste - nicht der Haus-Nummer, die erst seit dem späten 18. Jahrhundert gilt - auf dem durchwegs die Heinl als Dorfrichter sitzen, hat neben einigen Naturalien (1 Käse, 2 Hennen, 20 Eier) nur 12 ½ Groschen zu leisten ( = 81 ¼ Pfennige). Demgegenüber liegt auf dem Stowasser-Hof, der auch als letzter der der 9 Plumberger Höfe genannt ist, die fast dreifache Geldbelastung. Es sieht so aus, daß dieser Hof als jüngster beträchtliche Zeit nach der Kolonisationsperiode eingerichtet wurde. 

Daneben müssen alle Plumberger Bauern an insgesamt vier Tagen landwirtschaftliche Dienste für die herrschaftliche Domäne leisten, auch hat jeder Bauer einen Lachter (Klafter), also 3 Ster (3,13 m³) Stangenholz und einen Lachter Brennholz zu fällen und am Schloß abzuliefern, der Schäferei Heu zuzuführen und noch einige weitere kleine Dienste zu leisten.




2. Jacob Stowasser *um 1525

In den folgenden Hartenberger Grundbüchern von 1549 und 1560 tritt auf demselben (ganzen, d. h. ungeteilten) Hof ein Jacob Stowasser mit gleichem Grundzins in Erscheinung: Grundbuch Hartenberg 6 zu 1549: Ein Hof: Jacob Stowasser; danach: Michael mit Asmus Stobasser; danach nur noch Michael Stowasser: jeweils 1 fl zu Walburgis und Michaeli, 8 Kreuzer (= 4 Pfennige) Laurenti Wachgeld.

Hans Stowasser erscheint nicht mehr im Urbar von 1549. Da die Grundbücher als zeitliche Fortschreibung anzusehen sind, sind die der Erstnennung folgenden Personen natürlich nachträglich eingetragen. 

Auf der Basis der der zu erwartenden Lebensaltersspannen und der abstammungsmäßigen Beziehungen bei den Einträgen in den Grundbüchern/Urbaren (die leiblichen Söhne besitzen ohnehin jeweils Erbrecht; erst wenn kein männlicher oder - seit 1598 - kein weiblicher Nachkomme vorhanden ist, fällt das Besetzungsrecht auf den Grundherren zurück) folgende Generationenfolge auf:

(I) Hans Stowasser * um 1495 hat den Sohn

(II) Jacob Stowasser * um 1525 mit den Söhnen

(III) Michael Stowasser * um 1560, + zwischen 1601 und 1604 mit Asmus Stowasser

(IV) Michael Stowasser * um 1585

(V) Michael Stowasser * um 1615. Seine Nachkommen sind dann über das Untertanen verzeichnis und die ab 1604 in Gossengrün einsetzenden Kirchenbücher gesichert.

Der Hof bleibt im Besitz der Stowasser; auch in der generationsmäßigen Relation, da in dem Falle, daß ein Bauer keine männlichen Nachkommen hat, das sogenannte Heimfallrecht zur Anwendung kommt, wobei die Grundherrschaft den Hof dann neu an einen anderen Bauern vergeben kann. Die Zuordnung der Bauern zum entsprechenden Hof ist über die Kontinuität der Grundleistungen und Robotpflichten  in den Grundbüchern und später mittels der Nennung der Hausnummern bei den Einträgen in den Matriken zu belegen. 




3. Michael Stowasser * um 1560

Im Urbar von 1601 ist nun ein Michl Stowasser auf diesem Hof, immer noch mit einem Gulden zu Walburgi und Michaeli, das Wachgeld hat sich nun auf 8 Pfennige erhöht (sicher auch eine Folge der Münzentwertung); zur landwirtschaftlichen Leistung von 4 Tagen kommen nun noch 4 Tage "Rossfuhren".

Im Hartenberger Urbar von 1604 werden auf diesem Hof Nr. 2 "Michl Stowassers waysen" genannt, kurz darauf übernimmt Michael Stowasser [III], geboren um 1585, offensichtlich der Sohn des Michael Stowasser  [II] von 1525, als Bauer diesen nun als Nr. 2 ("ganzer Hof") in der Reihenfolge dieser Plumberger Höfe genannt. 

Im Urbar Hartenberg Nr. 10 (1601-1625) ist unter Michael Stowasser vermerkt: Ganzer Hof: 48 Kreuzer zu Walburgi und Michaeli; 8 Kr. Wehrgeld, 4 Tag Roßfrohnen, 4 Tag Schnitter, 1 Lachter Holz hauen und führen, 1 Fuder Stangenholz hauen und führen. Die Grundsteuer hat sich nun offensichtlich verringert (vorher 1 Gulden = 60 Kr., nun 48 Kr.); dies ist vermutlich auf die Schäden im 30jährigen Kriege zurückzuführen, als die Herrschaft die Bauern durch Minderung der Steuern etwas entlastete.



 

4. Michael Stowasser * um 1585, + vor 1651

Ebenfalls in Plumberg ist Michael Stowasser *um 1585, Bauer auf diesem seit wenigstens 3 Generationen bereits von Stowassern besetzten ganzen Hof (Hof-Nr. 2 der Grundbuchliste von Plumberg). 

Im Februar 1607 heiratet er in Gossengrün Ursula Horner, Tochter des Michael Horner aus Liebenau. Drei Kinder dieses Paares leben noch nach dem 30jährigen Kriege auf diesem Hofe, wobei die folgenden Daten dem Untertanenverzeichnis entnommen sind, welches die Reformationskommission 1651 zusammenstellte und dort neben der Konfession auch das Lebensalter vermerkt hatte. Hier sind die Geschwister Michael, Andreas, Margaretha und Barbara genannt; im Trauungseintrag des Andreas Stowasser von 1651 ist dieser als „Sohn des Michael Stowasser und seiner Frau Ursula“ definiert. Folglich sind die Kinder:

(1) Michael Stowasser *(UV)1615

(2) Andreas Stowasser *(UV)1621 oo 14.5.1652 Margaretha Hammer aus Werth, Tochter des verstorbenen Johann Hammers und der Margaretha.

(3) Margaretha Stowasser *(UV)1625

(4) Barbara Stowasser * (UV)1633

Ursula Horner war am Trauungsdatum ihres Sohnes Andreas (14.5.1652) bereits verstorben.



 

5. Michael Stowasser * (UV) 1615

Michael Stowasser  ist nun (spätestens 1651) Bauer auf dem 2. Hof in der Steuerliste in Plumberg. Er ist seit 1638 mit einer Anna *1616 verheiratet. Deren Kinder sind (alle geboren in Plumberg):

(1) Martin Stowasser *(UV) 1642

(2) Kaspar Stowasser, getauft am 30.7.1647 in Bleistadt. Die Taufe in Bleistadt weist darauf hin, daß die Eltern dem lutherischen Glauben anhängen oder zumindest tolerieren, denn zu dieser Zeit ist die Kirche von Gossengrün zeitweise unbesetzt bzw. von einem Geistlichen einer benachbarten Pfarrei betreut, wogegen in der Kirche von Bleistadt noch ein protestantischer Pfarrer wirkt. 

    Kaspar Stowasser oo 14.10.1662 in Gossengrün Anna Dörfler *1645, Tochter des Matthes Dörfler aus Dorf Loch. Trauzeuge war u. a. sein Bruder Martin Stowasser ("Martin des Michel Stobassers Sohn Plumberg")

 

 

Kaspar Stowasser übernimmt 1663 den ganzen Hof seines Schwiegervaters in Loch. 

(3) Johannes Stowasser *(UV)1646

(4) Elisabeth Stowasser *(UV)1650

(5) Karl Stowasser *(UV)1651

(6) Maria Stowasser 17.1.1653 getauft in Maria Kulm: "Ist getauft worden Michael Stowassers zu Plumberg Kind", 

(7) Peter Stowasser *in Plumberg, getauft 23.5.1654 in Maria Kulm

(8) Maria Stowasser * in Plumberg, getauft 18.10.1657 in Maria Kulm


Grund- und Hausbesitz fielen beim Abgang des Vaters in der Regel dem jüngsten Sohne zu. War der jüngere Sohn - aus Gesundheits- oder Altersgründen - nicht in der Lage, den Besitz zu übernehmen, wird er so lange dem älteren Bruder zugeschrieben, bis der jüngere dazu in der Lage ist (vgl. Gedenkbuch der Gemeinde Gossengrün Nr. I S. 9 f.). 

Auf diesem Hof wohnen nach dem Untertanenverzeichnis von 1651 neben der Familie des Michael Stowasser noch dessen Geschwister Barbara, Andreas und Margarethe sowie ein Michl Stowasser als Dienstbub (Abstammung unbelegt), also insgesamt 10 Personen. 

Michael Stowasser hat einen ganzen Hof und nach der Berni Rula (Vermögensverzeichnis) von 1654 eine Ackerfläche von 18 Tagwerk, Wiesen mit 22 Tagwerk und an Großvieh 1 Pferd, 1 Ochsen, 1 Kuh, 7 Kälber und eine Ziege.

 


 

6. Peter Stowasser * 1654

*in Plumberg, getauft 23.5.1654 in Maria Kulm, Bauer in Plumberg

oo I am 27.1.1690 in Gossengrün Anna Maria Reichenauer (geb. 29.11.1662) aus Pürgles, Tochter des Martin Reichenauer

Hinweis: Ein weiterer Peter Stowasser aus Plumberg, Sohn des Friedrich Stowasser ist ab 4.11.1691 mit einer Maria Bleier aus Loch, ab 15.6.1706 mit Felicitas Mannl verheiratet. Die Zuordnung der Kinder zu den jeweiligen Peter Soowasser kann über die Taufpfarrei erfolgen: Die Kinder des Peter Stowasser (Sohn des Friedrich) stammen aus Plumberg # 4, dem Widumshof der Pfarrei Gossengrün, dessen Bewohner auch der PfarreiGossengrün angehören, während dieser Peter Stowasser (Sohn des Michael Stowasser) des Hofes Nr. 2 in Plumberg mit seiner Familie der Pfarrei von Maria Kulm angehört.

Kinder dieser Ehe sind (alle getauft in Maria Kulm):

(1) Martin Stowasser getauft am 8.11.1690

(2) Katharina Stowasser, getauft am 7.3.1692 

(3) Maria Stowasser, getauft 26.12.1688 

(4) Michael Stowasser, getauft am 5.10.1695

(5) Lorenz Stowasser, getauft am 4.8.1697 

(6) Mathes Stowasser, getauft am 25.2.1699  ("praeter malam viam")

Die Ehefrau Maria stirbt am 14.11.1700 im Alter von 35 Jahren.


Der Witwer Peter Stowasser oo II am 29.1.1702 in Gossengrün Maria Fischer , Tochter des Caspar Fischer aus Robesgrün. Dieser Ehe entstammen folgende Kinder (alle getauft in Maria Kulm).

(7) Anna Maria Stowasser, getauft am 9.1.1702

(8) Johann Friedrich Stowasser, getauft am 4.3.1703

(9) Katharina Stowasser, getauft am 20.1.1704

Peter Stowasser stirbt im Oktober 1728 und wird am 18.10.1728 in Maria Kulm bestattet.



 

7. Mathes Stowasser * 1699

oo am 6.2.1729 in Maria Kulm Anna Margaretha Stowasser aus Plumberg, Tochter des nun verstorbenen Mathes Stowasser. Ihre Kinder sind (alle getauft in Maria Kulm):

(1) Philipp Stowasser, getauft am 2.5.1722, + 10.6.1722

(2) Johann Michael Stowasseer, getauft am 12.9.1723, getauft von Pfarrer Andreas Pfaltz in Gossengrün (!), + 23.9.1723

(3) Anna Lisa Stowasser, getauft 11.10.1724 

(4) Anna Elisabeth Stowasser, getauft am 8.11.1725

(5) Eva Stowasser, getauft am 25.6.1729 

(6) Johann Andreas Stowasser, getauft am 16.11.1730

(7) Anna Margaretha Stowasser, getauft am 17.5.1732, + 29.12.1732

(8) Maria Salome Stowasser, getauft am 2.8.1738

 

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