Bader und Wundärzte in Bleistadt und Gossengrün

Die medizinischen Berufe sind etwa bis zum 19. Jahrhundert in drei Stufen gegliedert: 

(1) Die gesellschaftlich am wenigsten geachtete Gruppe der Heilberufe bilden die Bader (Balneator) und Barbiere. Im Mittelalter richteten vor allem die Städte Badestuben zur persönlichen Körperpflege der Bürger ein, die von einem öffentlich bestellten Bader geführt wurde. Sie führten auch medizinische Behandlungen aus wie Einrenkungen, Behandlung von Knochenbrüchen, Zahnextraktionen, Wundbehandlungen etc, vor allem aber den "Aderlass" und das "Schröpfen", sozusagen eine Behandlung der "ultima ratio" durch. Das Haareschneiden war neben den Barbieren ebenfalls Aufgabe der Bader. Das Gewerbe der Bader zählte neben den Gewerben der Müller und Abdecker zu den "unehrlichen" Berufen, da sie nicht einer Zunft angehörten, sondern direkt von der öffentlichen Verwaltung bzw. der Grundherrschaft eingesetzt und ihr unterstellt waren. So durften bis zur Änderung der Reichsverfassung von 1548 - die Bader erhielten nun Zunftrecht - Kinder aus Baderfamilien nicht in zünftige Handwerkerfamilien einheiraten oder auch zünftige Berufe zu ergreifen. So waren die Bader auch keine Untertanen, d. h. sie waren persönlich frei, wie dies auch dem Untertanenverzeichnis von 1651 belegt ist. Gleichwohl konnte der in manchen Badestuben noch nebenbei betriebene Heiratsmittler - oder auch Bordellbetrieb - dem Ansehen abträglich sein. Gerade in der doch recht puritanischen Zeit der frühen Reformation ist diese Art Nebenerwerb bei der zumal auch städtisch betriebenen Badestube in Bleistadt aber nicht zu erwarten. Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die meisten Badehäuser geschlossen, die Bader übten ihren Beruf vorwiegend als Heilbehandler ambulant im Hause ihrer Patienten aus. 

(2) Aus den Berufen der Bader entwickelte sich in der frühen Neuzeit die Gruppe der Chyrurgi. Der Chyrurgus, später auch Wundarzt (beim Militär: Feldscher), erhielt eine handwerkliche Ausbildung bei einem Bader oder einem Chyrurgus mit abschließender Gesellenprüfung. In sein Arbeitsgebiet fallen "einfache Wundversorgungen, Zahnextraktionen, Bruch und Steinschnitte, Starstiche, Amputationen, Trepanationen (Schädelöffnungen!!), Brennen und Ätzen von Wunden, die Geburtshilfe, Einrenken. Er ist auch berechtigt - im Gegensatz zum Bader -  aufgrund seiner vorausgegangenen Ausbildung Arzneimittel bei der Behandlung anzuwenden. Häufig wird der Beruf des Wundarztes auch innerhalb der Familie vererbt, allerdings ist auch hier zwingend eine Zulassungsprüfung vor einem medizinischen Gremium vorgeschrieben. Seit 1777 ist für Wundärzte eine anatomische Ausbildung an speziellen Schulen (Chirurgenschulen) verpflichtend. Ab 1873 ist auch für den Zugang zum Berufe des Chirurgen eine akademische Bildung Voraussetzung, wobei die bis dahin praktizierenden Chyrurgi allerdings ihre Tätigkeit weiter ausüben konnten. 

(3) Der Medicus oder Physicus, ein akademisch gebildeter Mediziner, versteht sich als Vertreter der Wissenschaft. Im Konzil von Tours von 1163 wird den akademisch gebildeten Ärzten - bei denen es sich durchwegs um Kleriker handelt - untersagt, Chirurgie zu betreiben und bei der Ausübung ihrer Kunst mit Blut in Verbindung zu kommen. Der Physikus vertritt seitdem bis ins 19. Jahrhundert hinein im Gegensatz zum Chyrurgus die „unblutige“ Medizin. Sein Arbeitsgebiet entspricht bis in die frühe Neuzeit damit grob gesprochen dem eines heutigen Internisten. 




 

 

 

 

Bleistadt


 

 

Caspar Wald * um 1545

Caspar Wald übernimmt um 1570 die mit dem von Kaiser Ferdinand I. erlassenen Stadtrecht von 1558 genehmigte beheizbare Badestube als Bader. Ihm obliegt neben dem Betrieb des Bades die einfache Behandlung von Wunden, der Haarschnitt und die Rasur sowie das Aderlassen, wobei man damals hoffte, mit dem Ablassen einer bestimmten Menge Blutes auch schädliche Säfte aus dem Körper entfernen zu können. 

Caspar Walds Tochter Anna, geboren 1580 heiratet am 4.11.1607 in Bleistadt Michael Pleyer, geboren 1580, Sohn des Bleistädter Bürgers Martin Pleyer, geboren um 1550. Der Trauungseintrag lautet: Michael Pleyer, Martin Pleyers seligen nachgelassener ehe leiblicher Sohn mit Anna, Caspar Walden Bader alhier eheleiblichen Tochter". 

Der Vater des Bräutigams war somit zum Zeitpunkt der Trauung bereits verstorben.

Nach Eißner (S. 54) ist Caspar Wald noch im Jahre 1598 in Bleistadt als Bader nachgewiesen.



 

 

Wolfgang Bayer * (err.) 1601, Bader in Bleistadt

Von 1654 - 1661 ist Wolfgang Bayer Bader in Bleistadt (Eißner, S. 54). Er verheiratete sich im Jahre 1627 mit Rosina Schuster (diese *err.  1603):

"den 27. Juny Jgs. Wolff Bajer mit Rosina hinterlaßenen Tochter Caspar Schusters selig" (KB Bl. 2, S. 32).

Für das Ehepaar sind zwei Töchter eingetragen:

(1) Regina Bayer + 1631

 

Für Regina liegt nur ein Sterbeeintrag vor: "Den 8. October ist des Badterl Dochter Mitt namen Regina in Gott entschlaffen" (Buch Bl. 2, S. 324).

 

(2) Katharina Bayer * Januar 1637: 

"Katharina ein Töchterlein Wolff G(B)aiers baders allhier, Rosina sein Hauß frau, ist getaufft worden Von Herren Pater Peter den 13. January, Patrini waren Hans am Endt, Schicht mayster allhier, Brigitta Hofferin, Und Regina Baumannin" (Buch Bl. 2, S. 178).

Wolf Bayer stirbt im Frühjahr 1661 im Alter von 60 Jahren:

"Den 3. feyertag zu Pfingsten Wolff Bayer aetatis 60 mit einer Leich Predig durch Pater Prior Funcke von Eger beericht worden". (KB Bl. 3, S. 358).

Seine Frau Rosina stirbt am 14.2.1670 im Alter von 67 Jahren:

"Den 14. February ist Ihm Gott Endt Schlaffen Rosina Bayerin Ein wittwe undt Ehrlich zur Erden Bestettiget worden, welche auch vor ihrem letzten Endt Dem Allhießigen Gottes Hauß 15 R Röm [Gulden ?] Vermacht warum ihr der Barm herzig Gott die Ewige Ruh verleihen wolle" (Buch Bl. 3, S. 179).



 

 

Chrysostomus Forster * (err.) 1714, Bader, Richter und Chyrurgus in Bleistadt

Chrysostomus Forster "erwirbt an der Prager Universität 1749 für die Ausübung seines Berufs ein Zeugnis und ist von 1747 bis 1789 (in Bleistadt) nachweisbar" (Eißner, S. 54). Er heiratet am 23.10.1740 Veronica Seidl:

"23. October (1740) Ist nach dreymahliger aufbittung ... der Ehr = und wohlgeachte Herr Chrisostomus Forschter allhiesiger Baader deß Ehren und wohlgeachten Herrn Mathias Forschter auß eeker (Eger?) Ehelaibl. Sohn mit der Ehr und dugentreichen Jungf Veronica Seydlin, deß well. Ehren Vesten und in Gott ruhenden Herrn Valentin Michael Seidl gewesenen Raths Verwandten alhier Ehe laibl. hinterlassener Tochter in gegenwarth deren darzu erbettenen Zeugen und Beyständten dem wohl Edlen Ehren Vesten Herrn Johann Matthes Hutter Bürger = und Bergk Mayster allhier ... copulirt und hochzeitlich benediciret worden ...".

Deren Kinder sind:

(1) Johann Matthäus Laurentius Forster * und = 10.8.1741, + 7.2.1742

(2) Josef Anton Forster *11.7., = 12.7.1744 + 31.8.1743

"Eltern: der kunstreiche Herr Chrisostomus Forschter, Bürger und Baader allhier, Mutter Maria Veronica". 

(3) Maria Anna Forster * 11.7., = 12.7.1745, + 1.8.1745

(4) Johann Matthäus Forster * 20.2., = 21.2.1747 + 20.2.1748

(5) Johann Ferdinand Forster, * 22.11., = 24.11.1748, oo 28.10.1770 Caecilia Pinhak, Tochter des Kantors Franz Pinhak aus Bleistadt "dispensati in 3tio gradu consanguinitatis contulerunt se Schönbachium".

(6) Maria Anna Forster * 26.7., = 27.7.1750 + 13.1.1751

(7) Johann Tobias Mathäus Forster * 8.10., = 9.10.1751 + 6.5.1752

 

(8) Anna Francisca Ursula Forster * 20.10., = 21.10.1753. Vater Chrisostomus Forster wird hier als "civis et chirurgus loci" bezeichnet. Anna Francisca oo 28.2.1781 den Gastwirt Johann Michael Junker, Sohn des Josef Junker aus Bleistadt. 

 

(9) Josef Adam Forster* 16.5., = 17.5.1756, Vater als "Stadt-Chyrurgus" bezeichnet

(10) Maria Anna Catharina Forster * 30.6., = 1.7.1759, oo 24.11.1783 den Färber Franz Anton Kulf aus Bleistadt.Chrisostomus Forster wird hier als "Judex et Chirurgus" bezeichnet.

Veronika Forster stirbt Anf. Oktober 1788 "Alterswegen" in Bl. # 108 im Alter von 75 Jahren und wird am 4.10.1788 in Bleistadt begraben, Chrysostomus Forster stirbt ein Jahr später an "Seitenstechen" im Alter von 75 Jahren und wird am 31.10.1789 begraben. 



 

 

Josef Adam Forster * 16.5.1756, Chyrurgus, Wundarzt

heiratet Katharina Wagner (* err. 1751), Trauungseintrag weder in den Matriken von Bleistadt noch in Gossengrün. Ihre Kinder sind:

(1) Maria Anna Dorothea, * Jan. 1784, + 7.6.1787 in Bl. 108

(2) Maria Veronica Ursula Forster, * 20.10.1785 in Bl. # 108,

"Parentes: Joseph Forster, Katharina Wagnerin, Patrini: Veronica Forsterin, Baderin, Johann  Krisostomos Forster, Kirorgos".

sie oo am 16.5.1809 den Bergknappen Anton Steinbach, im Eintrag: "Veronica Forsterin, T. d. Joseph, Chyrorchos".

(3) Anna Maria Forster * 22.3.1787 in Bl. # 108

Zeugen: "Anna Maria Schusterin, Kantorin; Heinrich Schuster, Kantor".

sie oo 19.2.1811 den Töpfermeister Anton Lippert

(4) Johann Heinrich Forster * 25.9.1788, in Bl. # 108, + an Fraiß und = 19.6.1794, 3 1/2 Jahre alt

(5) Johann Nepomuk Forster * 14.10.1790 in Bl # 108

+ 25.3.1882, = 26.3.; "lediger k k pensionierter feldärztlicher Gehilfe in Bleistadt Nr. 156, geb. daselbst Nr. 108, ehel. Sohn des + Josef Forster und der Katharina geb. Wagner, 91 Jahre 6 Monate alt, an Altersschwäche".

(6  ) Joseph Christian Forster * 26.5.1794 in Bl. # 108, + 10.1.1869 an Wassersucht, = 12.1.

"Parentes: Forster Joseph, Chyrurchus, Wagnerin Katharina ...".

Katharina Forster + mit den hl. Sakramenten versehen am 18.11.1835 an Altersschwäche in Bl. # 51 im Alter von 84 Jahren und wird am 20.11.1835 begraben.

Josef Forster stirbt am 26.10.1835 ebenfalls in Bl. # 51 an Altersschwäche und wird am 28.10.1835 begraben.




 

 

Weiß Anders, 1838 Wundarzt in Bleistadt

ehel. Sohn des Johann Weiß, Bauer in Oberneugrün Nr. 27 Falkenauer Herrschaft und der Margaretha geborener Bleier

Er oo Elisabeth Müller, ehel. Tochter des Josef Müllers, bürgerlichen Fleischhauermeisters in Gossengrün 8 und der Rosina geborener Schug aus Gossengrün. 

Am 30.10.1838 wird in Bleistadt eine Tochter Elisabeth geboren und getauft. (Vermerk: +)

10.9.1840 * und = Theresia Weiß, beide in Bl Nr. 106




 

 

Bernhard Menzel * err. 1804, spätestens ab 1846 städtischer Wundarzt in Bleistadt,

Sohn des Josef Menzl, Schneidermeister in Neuzelle No. 83 und der Elisabeth, geb. Mauermann aus Neuzelle in Neu-Preußen, ist verheiratet mit Magdalena Feix "eheliche Tochter des Hl. Josef Feix, Wundarzt im k. k. Damenstift zu Prag und seiner Frau Magdalena geborenen Edlen von Grünzeisen aus Tachau". Ihre Kinder sind - soweit aus den Matriken von Bleistadt ersichtlich:

(1) Ferdinand Menzl * err. 1843, gebürtig in Prag

Trauungseintrag vom 28.9.1868: "Menzl Ferdinand [25 Jahre alt], Zugszackner (Conducteur III. Cl) bei der böhmischen Nordbahn wohnhaft in Backow bei Königgrätz, gebürtig zu Prag, ehel. Sohn des Hl Bernard Wenzl, Wundarzt in Bleistadt No. 18und der Frau Magdalena geborene Faix, ehel. Tochter des Josef Feix , Wundarzt im k k Damenstift zu Prag und der Frau Magdalena geborene Edlen von Grünzeisen aus Tachau in Böhmen mit Seidl Agnes [29 Jahre alt], gebürtig aus Beistadt No: 19 ehel. Tochter des + Josef Seidl, gew. Rothgärbermeisters in Bleistadt No: 19 und der + Anna geborene Eberl, Stadtschreiberstochter aus Gottesgab im Erzgebirge".

(2) Barbara Josepha Emanuela Menzl * 6.2.1846 in Bleistadt Nr. 17, = 7.2.; "Vater: Menzl Bernard, städtischer Wundarzt in Bleystadt, des + Josef Menzl, Schneidermeister in Neuzelle No: 83 und der Elisabeth geb. Mauermann, ebenso aus Neuzelle beide aus Neu Preussen, und der Feix Magdalena ... Beistände: Barbara Forsterin, Ehegttin des Johann Forster, Wundarztes in Königsberg ...".

Sie oo am 27.9.1872 in Bleistadt Josef Ludwig Ubl, "ausgedienter Militarist und ehel. Sohn des Josef Ubl, bürgerl. Hafnermeister No: 79 und der Josepha geb. Klier aus Bleistadt".

(3) Totgeburt 4.8.1848 "kam todt zur Welt"

(4) Karl Bor. Johann Nepo. Menzl: * 2.5.1850, = 3.5.; 

(5) Johann Mathias Menzl * 25.2.1852, = 26.2.;

Er oo als Kaufmann in Bleistadt # 1 am 31.10.1881 Maria Rölz aus Frühbuß # 5, ehel. Tochter des Spitzenhändlers Anton Rölz in Bleistadt # 1und der + Josepha Schmidt aus Frühbuß # 59.

Bernhard Menzl verstirbt am 24.9.1872 und wird am 26.9. begraben:

"Hl Menzl Bernard, Wundarzt u. Geburtshelfer in Bleistadt No 76, 68 Jahre, an Marasmus, mit der letzten Öhlung versehen worden den 22. September".

Johann  Gottfried Sommer meldet 1847 in seinem Werke vom Königreich Böhmen für Gossengrün 2 Wundärzte und eine Hebamme.



 

 

Franz Prochaska, Stadtarzt

wird 1875 im Memorabilienbuch Bleistadts S. 38 als Stadtarzt von Bleistadt genannt, als er den Tod eines auswärtigen Arbeiters zu untersuchen hatte.



 

 

Dr. med. Richard Fuchs, * 1861, Stadtarzt von Bleistadt, Fabriks- und Bahnarzt, Stadtrat

geboren am 26.10.1861 in Schildberg, Bezirk Hohenstadt in Mähren.

Am 20.8.1893 nach Gemeinderatsbeschluß zum Stadtarzt ernannt. Ab 1900 war er als Distriktsarzt "definierter Beamter" des Bezirks Falkenau. Ab 1907 ist er als Stadtrat in Bleistadt genannt.

Im März 1914 feiert "der Herr Bürgermeister durch eine Ansprache den 20. Jahrestag des Einzuges des Dr. Richard Fuchs in Bleistadt" (Gemeindebuch # 35).

April 1917: "Dem Herrn Dr. Richard Fuchs wurde das Fleischessen an fleischlosen Tagen (Mittwoch und Freitag) lt. Entscheidung der k. k. Statthalterei gestattet" (GB # 36). 

Mitglied der Stadtvertretung und des Ortsschulrates (SB # 107).

Im Mai 1922 wird in Bleistadt eine Mütterberatungsstelle eingerichtet. Dr. Fuchs erklärt sich zur unentgeltlichen Beratung bereit.

Dr. Fuchs stirbt am 8.5.1926 in Bleistadt.



 

 

Dr. med. Adolf Fuchs, 

Sohn des Dr. Richard Fuchs. Im I. Weltkriege geriet 1914 als eingerückter Student der Medizin in serbische Gefangenschaft (SB # 52)

Er wird im Dezember 1926 zum staatlichen Distriktsarzt in Bleistadt ernannt.





 

Gossengrün


 

Anselm Strobl * um 1580

heiratet im Mai 1605 als "lediger Badergesell in Gossengrün" Katharina Reinl, Tochter des Mirtl (Martin) Reinl aus Lauterbach.

(1) Matthäus Strobl * 10.8.1616

Anselm Strobl, "Bader allhir" wird am 1.11.1621 in Gossengrün begraben.

Katharina Strobl stirbt 1647 in Robesgrün (hier die Relation zum Sohn Mathes Strobl angegeben) und wird in Gossengrün am 6.10.1647 begraben.



 

Mattes Strobl * 1616, Bader und Wirt zu Gossengrün

1652 nennt das Untertanenverzeichnis von Gossengrün Mattes Strobl (36 Jahre alt) , Sohn des Anselm Strobl, als Bader, "nicht untertänig", also persönlich frei; seine Frau Christina, ebenfalls nicht untertänig, 31 Jahre alt, damit * 1621; lebt im Haushalt zusammen mit der Witwe Anna Hirles (56 Jahre) und deren Tochter Margaretha (39 Jahre).

(1) Martin Strobl * 16.10.1643

Im Taufeintrag ist der Vater als "Bader und Wirt zu Gossengrün" bezeichnet.

(2) Katharina Strobl * 16.4.1648

(3) Susanna Strobl, * 8.11.1654, oo 18.1.1676 

" ... den 18. dito ward Hl Johann Peter Strützl der Zeit Schichtmeister undt Organist in der Kirch Pleystadt mit Susanna des Matthes Strobls Eheliche er Zeuchte Tochter allhier Copuliret. Testes: Der Edl Veste Herr Andreas Florian Lugart Ertz Kauff Verwalter, anbei auch Hl Josepg Ignatius Strützel Bergmester und Schich(t)meister allda, Johann Schuch, Junggeselle, Hanns Hainrich Seidl undt Christian Hoyer alle zur Berk..Pleystadt".

(4) Kind "notgetauft und in der Geburt hernach gestorben" am 9.4.1664



1673 stirbt ein Anton Stänger im Alter con 54 Jahren, Bader in Gossengrün und wird am 14.12.1683 in Gossengrün beerdigt.



 

Christoph Daniel Behr, Doktor und Barbier in Schloß Hartenberg, * um 1650

Kinder in Gossengrün:

(1) Maria Sophia Behr * 21.7.1682

Im Taufeintrag: Vater: "Doktor und Barbier in Schloß Herttenberg"



 

Philip Simbler (auch: Sembler) * um 1660, Bader und Wundarzt

1686 ist in Gossengrün Philip Simbler Bader, oo 23.7.1684 Margaretha Mosch  (* err. ca. 1664):

"... den 23. Julyuß Wardt Philip Simbler Pader und Wundt Arzt mit Margarethe Moschin zum Prünles Copuliret".

Deren Kinder:

(1) Christoph Simbler * 10.1.1685, + und # 11.1.1685

"V: Philipp Simbler, Bader; Christoph bald nach der Taufe gestorben"

(2) Hans Philipp Simbler * 28.1.1686, # 6.10.1686 (32 Wochen alt)

(3) Philipp Si(e)mbler * 22.7.1687, Töpfer in Gossengrün, oo 13.11.1718 Maria König aus Königsberg

(4) Maria Simbler * 5.10.1689

Er versieht auch seinen Dienst in Bleistadt von 1685 bis 1692, als er bei seinem letzten Einsatz auf dem Wege von Bleistadt erfriert:

22.2.1692 "unterwegs von Pleystadt herauß in großer ungestümer Schnee und Winter Kälte in der Nacht erfroren, 30 Jahr alt" und wird am 22.2.1692 in Gossengrün begraben.

Seine Frau Margaretha stirbt im September 1706:

"Den 16. Septemb. ist Margaretha Sämlin, baderin, nach Christlichem Gebrauch vorhero mit allen heiligen Sacramenten zur erden bestattet. Ihres Alters ungefähr 41 Jahre requiescat in pace amen".



 

Georg Dierl * um 1670, Bader in Gossengrün, später (1697) Hofkutscher wohnhaft in Robesgrün

ist mit einer Rosina verheiratet, ihre Kinder sind:

(1) Anna Maria Magdalena Dierl, * 18.7.1694

In einer zweiten Ehe verheiratet mit einer Anna Maria:

(2) Hans Mathes Dierl * 21.7.1697



Johann Martin Seidl * um 1670 

ist mit einer Maria verheiratet. Seine Herkunft ist noch nicht ermittelt, jedenfalls zieht er um 1695 nach Gossengrün zu und arbeitet hier als Bader. Die Kinder sind in Gossengrün geboren:

(1) Johann Josef Seidl *26.6.1697, verstorben vor 1700

(2) Maria Magdalena Seidl * 3.8.1698

(3) Johann Josef Seidl * 26.6.1700

(4) Anna Katharina * 20.8.1702, # 6.8.1704, 2 Jahre

"dem kunsterfahrenen Bader allhier Martin Seidl ein Töchterlein namens Anna Katharina, ihres Alters 2 Jahre weniger 14 Tage Zur erden bestattet".

(5) Johann Franz Ignatius Seidl * 30.3.1705

(6) Ignatius Antonius Seidl * 4.8.1716

Auch auf das Gesundheitsgewerbe kamen hin und wieder Probleme zu, wie am 1.7.1710: 

"Leopold Adolf Graf v. Pißnitz auf Herttenberg übermittelt eine Verantwortungsschrift des Martin Seidl, Baders von Gossengrün auf eine Klage der Elisabeth Kahnhäußerin zu Nebanitz wegen falscher ärztlicher Behandlung" (Gedenkbuch 1 von Gossengrün, S. 16).



Johann Josef Seidl ≈  26.6.1700 

Der Gossengrüner Badergeselle Johann Josef Seidl, heiratet am 21.11.1719 in Gossengrün die Müllerstochter Maria Magdalena Fischer *1705, Tochter des Georg Fischer von Hartenberg und seiner Frau Susanna geb. Volkmann. 

Georg Fischer war bei seiner Trauung 1698 Müller auf der "neuen Mühle bei Lindenhammer", ab 1699 Schloßmüller von Hartenberg.

Die Kinder sind alle in Gossengrün geboren:

(1) Anna Franziska Seidl *13.2.1720

 

"Lev: Anna Margaretha Fischerin von Schönbach, Testes: Rosina Kummerin von hier und Gottfriedt Klier von Herttenberg".

(2) Anna Catharina Seidl *27.4.1722

(3) Anna Catharina Theresia Seidl  *11.10.1723

(4) Joseph Johann Anton Wolfgang Seidl [98] *31.10.1725

(5) Maria Veronica Seidl *7.3.1727

(6) Maria Elisabetha Seidl *14.3.1729

(7) Anton Christoph Seidl *23.9.1730



 

Joseph Johann Anton Wolfgang Seidl *31.10.1725, Chyrurgus und Bader 

Chyrurgus und Bader in Gossengrün, heiratet am 16.2.1751 Maximiliana Unger *6.11.1730, Tochter des Johann Andreas Unger aus Gossengrün. deren Kinder sind alle in Gossengrün geboren: 

(1) Joseph Seidl * 18.1.1753

(2) Maria Barbara Seidl  *13.8.1755

oo 22.10.1782: "Honestus Juvenis Franciscus Doerffler filius legitimus Godefridi Doerffler Scansoris N: 115 cum Sponsa sua Maria Barbara Seydlin filia legitima Josephi Seydl Chyrurgi ex Gossengrün N: 23. Testes: Josephus Doerffler sutor, Andreas Seydl Chyrurgus ambo ex Goßengrün".

(3) Maria Magdalena Seidl *9.10.1757

(4) Ferdinand Seidl *5.10.1759

oo 29.5.1781: "Laboriosus Juvenis Ferdinandus Seydl filius legitimus Jsephi Seydl defuncti Chyrarchus ex Gossengrün N: 84 cum Sponsa sua Maria Anna Schoenekerin filia legitima defuncti Christophori Schoeneker lini textiris in Gossengrün Nro 151".

Maximiliana Seidl stirbt am 6.4.1762 in Gossengrün im Alter von 33 Jahren:

"6.4.: Mater familias Maximiliana Seidlin aetatis sua 33 annorum in Communione S: M: Ecclesia animam Deo redidit omnibus ultimis Sacramentis 4. Aprilis, cujus Corpus Sepultum est more Catholico in Ecclesia Parochiali ... die 8va Aprilis ...".

Joseph Johann Seidl ehelicht am 10.1.1764 Katharina Dörfler *um 1740, Tochter des Andreas Dörfler aus der Herrschaft Preßnitz.

 

"... contraxit matrimonium Josephus Seidl viduus balneator et Syndicus in oppido cum sponsa sua Catharina filia Andrea Dörfler cursoris comitii Illui. Leopoldi de Pißnitz, liberi“

 

 

Als Stadtchyrurgus von Gossengrün ist Joseph Seidl (Gossengrün Haus-Nr. 23) auch für die umliegenden Dörfer zuständig. Zur Zeit seiner zweiten Trauung nimmt er auch das Amt des Stadtschreibers (Syndicus) wahr. Kinder aus dieser Ehe sind:

(5) Josef Andreas Seidl * 11.10.1764, oo 1779 Elisabeth Patzl aus Gssengrün

(6) Maria Anna Seidl * und = 5.12.1765

(7) Maria Anna Maximiliana Seidl *8.12.1766

(8) Eva Rosina Seidl * 14.6., = 15.6.1768

(9) Josephus Seidl = 14.9.1771, Hs.-Nr. 23

(10) Franz Wenzel Seidl = 27.9.1772

(11) Johannes Mathäus Seidl  * und = 16.1.1774: 

"Par.: Seydl Johann balneator oppidi Scriba uxor ejus Maria Catharina nata Doerfflerin ex Gossengrün". Zustz: 12.9.1802: "accepit Pabtismales", d. h. für ihn wurde 1802 eine Taufbescheinigung ausgestellt, vermutlich für eine auswärtige Trauung.



 

Josef Andreas Seidl * 11.10.1764, Bader, Chyrurgus

Josef Andreas Seidl heiratet am 15.2.1779 in Gossengrün Elisabeth Patzl

"Honestus Juvenis Andreas Seydl Chyrurgi ex Gossengrün N: 23 cum Sponsa sua virgine Elisabetha Patzlin, filia legitima Constantini Patzl lanionis in Gossengrün 84".

Ihre Kinder sind:

(1) Franziscus Josephus Seidl * und = 8.1.1782:

"... Eltern: Seydl Andreas, balneator uxor ejus Elisabeth nata Patzlin ex Gossengrün, ... in Gossengrün 119".

(2) Maria Theresia Seidl * 6.3., = 7.3.1783, nun in Gossengrün Haus-Nr. 99.

(3) Johann Nepomuk Seidl * 21.11.1786

"Parentes: Andreas , Chyrurgus in Gossengrün Nr. 178, M: Elisabeth, gebohrene Patzlin".

(4) Wenzel Seidl * 16.11.1787 in Gossengrün 178

(5) Susanna Seidl * 8.1.1790 in Gossengrün 178



 

Franziscus Josephus Seidl *1782, Chyrurgus, Wundarzt

heiratet 29.4.1811 Magdalena Küttner aus Gossengrün:

"Seydl Frantz Chyrurgus, E: Andreas u. Elisabeth, 31 J. alt, in Gossengrün 178, und Küttnerin Magdalena, ehel. Joseph und Magdalena in Gossengrün 10, 28 J.".

Ihre Kinder sind:

(1) Josef Anton Küttner/ Seidl * 22.9.1802 in Gossengrün Nr. 10:

Franz Seidl hat sich als Vater bekannt

oo 11.7.1826: "Seidl Anton, Färbermeister, geboren in Gossengrün Nr. 10, ehel. Sohn des Franz Seidl, Wundarztes in Gossengrün und der sel. Magdalena geb. Küttner aus Gossengrün (so !!), 24 J. mit Einwilligung des noch lebenden Vaters des minderjährigen Bräutigams (mit) Klug Rosalia geboren in Gossengrün Nro. 105, ehel. Sohn (!) des Hl Vinzenz Klug, Beckermeisters und hftl. Oberrichters zu Gossengrün und d. Margarethe, geb. Dörfler aus Gossengrün".

Franz Josef Seidl heiratet in Plan um 1815 (Trauungseintrag weder in Gossengrün noch in Plan!) Theresia Kopmann, *um 1780, Tochter des Mathes und der Maria Anna Kopmann):

Kinder aus dieser Ehe sind:

(2) Franz Joseph Seidl * 10.6.1815, oo 25.3.1835, + 9.7.1885

oo 25.3.1835: "Seidel Franz Joseph, Zeugmachergeselle in Gossengrün, geb. in Nro. 178, ehel. Sohn des Franz Seidel, Wundarztes allhier und der + Theresia, geb. Koppmann aus Plan, 20 Jahre , mit Maria Anna verwitwete Fischeraus Gossengrün, geb. Nr. 196, ehel. Tochter des + Andreas Semler, Zeugmachers aus Gossengrün und der + Maria Anna, geb. Sätler, 25 J., Zeugen: Anton Seidl, Färbermeister in Gossengrün, Egid Stolz, Zeugmachermeister in Gossengrün".

(3) Seidl Josef, * 6.6.1819, oo 23.6.1844, + 23.4.1882

oo 23.6.1844: "Seidl Josef, Tischler in Gossengrün Nr. 176, geb. Nr. 178, ehel. Sohn des + Franz Seidl, Wundarztes daselbst und der Theresia, geb. Kopmann aus Plan Nr. 136, 25 J.; Maria Anna geb. Stlz aus Gossengrün # 174 und der Regina, geb. Horner aus N. 60, 28 Jahre".

Die Söhne sind somit alle nicht mehr im Gesundheitsgewerbe tätig!



1922 ist in Gossengrün Haus Nr. 181 ein Arzt Dr. Karl Gröbner genannt (Schulchronik Gossengrün S. 243),

1928 ist ein Arzt Josef Gröbner aus Gossengrün genannt (fährt mit seinem Auto ein Mädchen aus Bleistadt an) - GB # 68.